Mobbing-Tagebuch

Ein Mobbing-Tagebuch hilft Ihnen, belastende Vorfälle am Arbeitsplatz sachlich, zeitnah und chronologisch festzuhalten. Es kann Muster, Häufigkeiten und Auswirkungen über die Zeit sichtbar machen. Erfassen Sie jeden Vorfall möglichst zeitnah und in einem separaten Eintrag. Notieren Sie, was konkret geschehen ist, wer beteiligt oder anwesend war und welche Belege dazu gehören. Bewahren Sie Originalunterlagen unverändert und sicher auf.

Wichtig

Dokumentieren Sie beobachtbare Fakten und möglichst genaue Aussagen. Trennen Sie klar zwischen Ereignis, Belegen und persönlichen Auswirkungen. Achten Sie auf Vertraulichkeit, Datenschutz und Geschäftsgeheimnisse. Sichern Sie nur Unterlagen, die Sie rechtmässig aufbewahren dürfen.

Notizblock mit Stift

Einordnung und rechtlicher Nutzen

Mobbing zeigt sich häufig nicht in einem einzelnen Vorfall, sondern in einer Abfolge wiederkehrender Handlungen. Dazu können beispielsweise Abwertungen, Ausschluss von Informationen, widersprüchliche Aufträge, übermässige Kontrolle, öffentliche Blossstellung oder die Behinderung der Zusammenarbeit gehören. Ein chronologisches Tagebuch kann Häufigkeit, Verlauf, beteiligte Personen, mögliche Zeug:innen und Auswirkungen nachvollziehbar machen.

In der Schweiz sind Arbeitgebende verpflichtet, die Persönlichkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu achten und zu schützen. Diese Fürsorgepflicht ergibt sich insbesondere aus Art. 328 Obligationenrecht. Ein strukturiertes Tagebuch kann helfen, eine belastende Situation gegenüber einer Führungskraft, einer internen Vertrauensstelle, einer Arbeitnehmer:innenvertretung, einer Ombudsstelle, einer Ärztin oder einem Arzt sowie in einer Rechtsberatung verständlich und konkret darzustellen.

Ein selbst geführtes Tagebuch ist jedoch kein automatischer Beweis für Mobbing und keine rechtliche Bewertung eines Vorfalls. Sein Wert liegt vor allem darin, dass es Ihre Darstellung präzisiert und mit unabhängigen Anhaltspunkten verknüpft werden kann – etwa mit E-Mails, Chat-Nachrichten, Sitzungsunterlagen, Aufgabenaufträgen, Zeug:innen oder medizinischen Unterlagen. Schweizer Fachinformationen empfehlen deshalb, Vorfälle chronologisch sowie mit Anlass, Reaktionen und Folgen zu dokumentieren.